"Berufsfeuerwehrtag" der Jugendgruppe

Einen "Berufsfeuerwehrtag" veranstaltete die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Bergen am Wochenende des 17./18. Septembers 2016. Dabei wurde eine 24-Stunden-Schicht einer Berufsfeuerwehr am Feuerwehrhaus Bergen nachgespielt, mit "Einsätzen", Übungen und Unterricht.

 

Dienstbeginn war am Samstag um 9 Uhr, zu dem unsere Jugendgruppe vollzählig und voller Erwartungen antrat. Nach der Begrüßung und der Aufteilung der Mannschaft auf die Fahrzeuge ertönte auch schon zum ersten Mal der Einsatzalarm. Der Brand einer Gartenhütte beim Wertstoffhof wurde gemeldet. Zur Unterstützung der Bergener Wehr wurden auch unsere Kameraden der Jugendfeuerwehr Holzhausen dazualarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die Gartenhütte bereits im Vollbrand. Während die ersten Trupps zur Brandbekämpfung vorgingen, bauten die restlichen Kräfte eine Wasserversorgung von der Weißache auf und unterstützten die Löscharbeiten. Nach der Meldung "Feuer aus" fuhren alle Fahrzeuge der Bergener und Holzhausener Wehr zum Feuerwehrhaus zurück, wo gemeinsam zu Mittag gegessen wurde.

 

Nach dem Essen dauerte es nicht lange, bis ein weiteres Mal der Alarmgong ertönte. Bei einem Forstunfall war eine Person unter einem Baum eingeklemmt, eine weitere Person erlitt eine Pfählungsverletzung. Die komplette Mannschaft rückte aus, um die eingeklemmte Person mit dem Hebekissen aus ihrer misslichen Lage zu befreien und die Verletzten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erstzuversorgen.

 

Zurück am Feuerwehrhaus wurde die anschließende Kaffee- und Kuchenpause wieder von einem Einsatzalarm abrupt beendet. Das Tanklöschfahrzeug wurde zu einem Müllcontainerbrand am Bauhof alarmiert. Die ausrückende Besatzung konnte den Brand jedoch schnell unter Einsatz von "Atemschutz" mit dem Sturmschlauch ablöschen.

 

Gerade nachdem die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht waren, ertönte die nächste Alarmierung. Ein Verkehrsunfall mit 2 Autos und vier eingeklemmten Personen am Raiffeisenplatz wurde gemeldet. Hierbei galt es, die Verletzten mit schwerem hydraulischem Gerät aus den Fahrzeugen zu befreien, gleichzeitig wurde ein Brandschutz aufgebaut und die Unfallstelle weiträumig abgesichert. Aufgrund der vielen Verletzten wurde zur Unterstützung die Jugendgruppe der Feuerwehr Ruhpolding dazualarmiert. Unter den Augen vieler Zuschauer, darunter unser zweiter Bürgermeister Herbert Berger und Thomas Göls von der Kreisbrandinspektion, erfüllten die Jugendlichen ihre Aufgaben mit Bravour, so dass nach kurzer Zeit alle Verletzten gerettet und dem Rettungsdienst übergeben werden konnten. Anschließend fuhren alle Bergener und Ruhpoldinger Feuerwehrler zum Feuerwehrhaus zurück, wo gemeinsam gegrillt und zu Abend gegessen wurde.

 

Kurz nachdem sich unsere Kameraden aus Ruhpolding wieder verabschiedet hatten, hieß es nochmal "Einsatz für Florian Bergen". Die Floriansjünger wurden zu einem BMA-Alarm in der Lindenhofstraße alarmiert. Wie sich herausstellte, hatte angebranntes Essen die Küche komplett verraucht und einen Rauchmelder ausgelöst. Nachdem ein Atemschutztrupp die Brandursache gefunden hatte, konnte die Wohnung belüftet und wieder dem Hausbesitzer übergeben werden.

 

Wieder zurück am Feuerwehrhaus war es nun an der Zeit, die Schlafplätze vorzubereiten. Für jeden unserer 15 Jugendlichen stand ein Feldbett parat, so dass sich unser Schulungsraum schnell in ein Nachtlager verwandelte. Um 23 Uhr hieß es dann endgültig "Licht aus", was aber einige Jungs nicht davon abhielt, bis in die frühen Morgenstunden herumzutoben.

 

Die Nachtruhe wurde jedoch noch einmal jäh gestört, als gegen 24 Uhr ein weiterer Alarm aufheulte. Das Tanklöschfahrzeug wurde zu einem Papierkorbbrand an einer Bushaltestelle alarmiert, der für unsere mittlerweile einsatzerprobten Jugendfeuerwehrler keine große Herausforderung darstellte.

 

Dafür war die gesamte Mannschaft nochmal am Sonntag Morgen gefordert, als alle Einsatzkräfte um 8 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit einem unter einem landwirtschaftlichen Anhänger eingeklemmten Fußgänger alarmiert wurden. Nach der Stabilisierung des Anhängers konnte der Verletzte schnell mit dem Rettungszylinder befreit werden. Das anschließende ausgiebige Frühstück am Feuerwehrhaus hatten sich alle Jugendfeuerwehrler redlich verdient.

 

Zum Abschluss der Dienstschicht standen noch Fahrzeug- und Gerätepflege auf dem Programm, um alle Fahrzeuge wieder einsatzbereit zu machen. Um 10 Uhr morgens wurden dann unsere zum Teil etwas verschlafen dreinblickenden Jugendlichen aus ihrer 24-Stunden-Schicht entlassen, wobei sich alle einig waren, dass der Berufsfeuerwehrtag für sie ein tolles und einzigartiges Erlebnis war.

 

Ein herzlicher Dank geht an alle, die an der Vorbereitung und Durchführung des Berufsfeuerwehrtags beteiligt waren, ob bei den Planungen und Vorbereitungen der zum Teil aufwendigen Einsatzszenarien, für das Mithelfen bei den Übungen und beim Herrichten von Mittagessen, Abendessen und Frühstück, für die Kuchen- und Getränkespenden, für das Bereitstellen der Feldbetten, und an Kathi vom Realistischen Unfalldarstellungsteam des BRK Ruhpolding für das professionelle Schminken unserer Verletzten.

 

Th. Schr.

 

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